Physiotherapie was wird bezahlt

Oft erhalten wir Anfragen, wie und vor allem ab wann ein ausgebildeter Physiotherapeut selber abrechnen darf. Eine gute Antwort auf dem Blog von Monsieur Santé >>>

In einer Gemeinschafts-Praxis ist oft die Frage, wie Abrechnungen aufgesplittet werden, wenn mehrere Therapeuten den selben Patient behandeln man aber nur eine Abrechnung an die Kasse senden will. In PhysWin ist diese Option als Standard enthalten und rechnet untereinander im SOLL und IST ab.

Tarif-Dschungel bei HSK per 1.1.2016 beendet. Die Tarif-Differenzen bei der HSK zwischen ASPI und physioswiss sind aufgehoben >>> 

 

Informative Links

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Tarif 311 – Wie lebt es sich mit 3 Tarifen

Physiotherapie Schweiz – Tarif 311

Edit: 19.2.2016// Rückwirkend auf den 1.1.2016 sind alle Tarife wieder gleich. CSS und HSK passen die Tarife bei ASPI und physioswiss an.

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Immer wieder hört man vom Tarif-Streit, dessen Ziele der Therapeuten noch lange nicht erreicht sind. Die CSS veröffentlichte unlängst ein Gespräch mit Physiotherapeut Peter Ziegler aus Altdorf.  Nach dem Lesen dieser Zeilen hat sich unser Leser erbost und seine Meinung kund getan. Wir haben diese Zeilen etwas angepasst, da einige Äusserungen wohl nicht veröffentlicht werden sollten. Ein Änderung/Lösung ist mit Stand 18.12.2015 auch im Jahr 2016 nicht in Sicht. Vielmehr haben sich die Therapeuten/Innen an das 3/Tarif System angepasst bzw. sich gebeugt.

Vorwort:

Es ist unbestritten, dass die Leistungen der Physiotherapie in unserer Welt nicht mehr wegzudenken ist. Was die Physiotherapie allein an Kosten spart, für nicht nötige Operationen, am ganzen menschlichen Bewegungsapparat, wäre bereits eine faire Bezahlung dieser Leistungen wert. Das unzählige Patienten schon nach wenigen Behandlungen wieder eine weniger eingeschränkte Bewegungsfreiheit geniessen, ohne Schmerzen wieder ihrer Arbeit nach gehen können, ist ein weiterer unschätzbarer Wert der aber kaum Beachtung erlangt. Das diese Leistungen seit 1996 (oder länger) keine Preis/Tarif Anpassung erfahren hat, bedeutet das der Physiotherapeut alleine durch die Teuerung bedingte Abwertung 24,7% weniger verdient als 1996. Dazu kommen die gestiegenen Mietpreise, die höheren Kosten von Geräten, Versicherungen und so weiter.

Die Abspaltung der HSK von der SantéSuisse, die eigenen Wege der CSS und so weiter, haben Therapeuten/Therapeutin müde gemacht. Selbst solche die den langen Weg zusammen mit physioswiss und ASPI gegangen sind, haben aufgegeben an eine „Gesamtlösung“ zu glauben. Viele möchten einfach ihre Arbeit tun und viele machen dies auch mehr als gut.

Viele Therapeuten und Therapeutinnen beklagen indes, dass es in ihrem Berufszweig immer mehr „Faule“ TP’s gäbe, die nach der Ausbildung wirklich nur noch das nötigste tun um ihre Praxis am laufen zu halten. Wieder andere opfern unzählige Stunden/Tage/Wochen für ihre Weiter und Fortbildung, die gerade in der Physiotherapie von grossem Nutzen sei.  Auf diesen Zug sind auch die Versicher gesprungen, die einem „fairen“ Tarif nicht einfach so einen Freipass geben möchten.

Die Software – Anbieter haben eine Lösung „gebastelt“ damit man Abrechnen kann, mit ein bisschen Mehraufwand lässt sich nun alles abrechnen, ob mit Patient oder direkt an Kasse.

Viele TP’s mussten sich mit neuen Begriffen wie XML, EAN oder doch GLN, Sumex etc. herumschlagen, mit Trust-Center xx, MediData oder Ärztekasse.  Es gibt aber nun Gemeinschaftspraxen die für die gleiche Leistung 3 verschiedene Tarife zur Berechnung nehmen müssen. Vater A der zu TP A (ASPI) geht bezahlt also eventuell mehr als Mutter B die bei TP B (physioswiss) in Behandlung ist. Ebenso kann eine Rechnung variieren wenn sie an Intras (CSS) geht oder an Assura.

Therapie Plus ist sicher das beliebteste Programm für die Physiotherapie. Hier kann der TP alle administrativen arbeiten weitergeben. Physwin ist für die Praxen gedacht, die so einfach wie möglich (3 Klick und die Leistung ist verbucht) arbeiten möchten, aber die Abrechnungen im eigenen Hause kontrollieren und senden möchten.

RunMyPhysio (als Online-Lösung) ist eine weitere Option. Es gibt (Stand 20.12.2015) nun wieder unzählige Lösungen die alle Optionen zum neuen elektronischen Abrechnen mehr oder weniger erfüllen.

Der Leserbrief in die dritte Person gesetzt.

Die Physiotherapie gleich um die Ecke, hat bis vor kurzem ihre Abrechnung noch mit Excel gemacht, 95% waren eh normale „9 Besuche Abrechnungen“. Verordnung kopiert in die KG gelegt und Abrechnung/Verordnung  mit der Post an die Kasse (ganz selten an den Patienten). Am Wochenende sass man dann noch Stunden an den anderen 5%. Google Kalender diente dabei für die Agenda. Aufwand für Software gleich 0, denn Excel und Word hat man eh. Administrativer Aufwand – Überschaubar.  Er ist Mitglied bei der physioswiss. Diese einigte sich mit den Kassen vor längerer Zeit auf einen etwas angepassten Tarif. Aber auch hier nicht mit allen.

Neu Software muss her!

Er musste sich in den Ferien 2014 für eine Software umsehen. Da es für die Physios viele gibt, gar keine so leichte Aufgabe. Die eine unterstützt keine Online-Agenda, die andere war nur Online, aber sehr teuer, andere wollten 2% vom Umsatz usw. Dass er sich am Schluss für Programm XX  entschied, war eher zufällig, weil einige seiner Berufskollegen dieses benutzen. Ist aber hier auch nicht von Bedeutung.

Neue Hardware muss her!

Mit den neuen Formularen und der Möglichkeit der elektronischen Übergabe, musste er sich einen neuen Drucker/Scanner anschaffen, da er zwei Schächte benötigt, wenn er dann eine Rechnung ausdrucken muss. Ein CardReader und damit eine Anmeldung bei CoverCard wurde empfohlen. So eine Anmeldung bei HIN wiederum nötig wurde.  Für die Terminkarten wäre ein LabelPrinter mit den speziellen Karten von Vorteil.  Der Notebook mit Windows XP genügte auch nicht mehr. Ein kleines Möbel musste her, da der neue Drucker keinen Platz mehr hatte auf dem Tresen. Das alles angeschlossen werden muss, natürlich die Kabel zu kurz waren, man nun permanent Internet benötigt waren weitere Stolpersteine.  Für das neue Programm wollte er eine Schulung, dies war wohl möglich aber nur via Remote, Vorort sei dies zu teuer. Dies war noch vor der Bestellung der Software ganz anders… Oder doch nicht?

Mein Budget weit überschossen!

Langer Rede, teurer Sinn… Im Dezember 2014 war er bereit, seine Arbeit als Physiotherapeut nach den neuen Vorgaben zu verrechnen, sein Konto ist 11’421.35 geschrumpft. Dazu kommen nun jährliche Belastungen von 650.- (Plus eventuelle Anpassungen und Updates)  fürs Programm, fast 300.- für eine E-Mail Adresse bei HIN die er nie benutzen wird und so weiter. Etiketten und Formulare sind weitere feste Kosten die ihn begleiten werden.  Er besitzt nun den hässlichsten braunen Kartenleser der Welt, teuer für 160 Franken bezahlt, der dann, so Gott will, auch den Magnetstreifen liest. Er muss sich mit dem dümmsten System der letzten 25 Jahre, Windows 8 herumschlagen, weil es kein Windows 7 mehr gab. Aber für ein paar Franken, hat der „Systemler“ gesagt, könne er ihm Tools aufspielen, so dass er gar nicht merke dass er mit Windows 8 arbeiten müsse.

Keine Ferien 2015!

In den Ski-Ferien im Januar 2015, die er dieses Jahr Zuhause in Basel verbringt und an den lustigen Abenden seiner Freunde in der Lenzerheide nur mental teil nimmt. fragt es sich… Für was dass alles? Dabei liest er den Brief vom Dezember nochmals, wo ihm die physioswiss mitteilt, dass ab 1.1.2015 alles nun geregelt sei, zumindest mit den Kassen XX. Der Softwareanbieter meldete ebenfalls, dass es eine kleine Anpassung vor den ersten Abrechnungen 2015 geben werde. Da nicht Systembedingt, mit Kostenfolge.

Ab Oktober 2021 wieder den gleichen Lohn

Er rechnet mal ganz leise nach, was ihm das alles bringt. In 6 Jahren und 4 Monaten, wird er die Unkosten wieder erarbeitet haben die ihm durch die etwas höheren Vergütungen zustehen. Ab dann wird ihm wieder ähnlich viel bleiben wir 2005 als er seine Praxis in Basel eröffnete. War das Ziel der Tarif-Verhandlungen nicht ein anderes?  

Gerne würde der Leser hier Zahlen veröffentlichen, die wir hier aber mit seinem Schlusswort abschliessen möchten.

„Mit meinem 10 bis 11 Stunden Tag, mit Wochenend-Einsätzen, unbezahlten Weiterbildungen usw. bleibt mir als Physiotherapeut gleich viel, wie wenn ich bei der Stadt-Basel in der Verwaltung tätig wäre und nach gut 8 Stunden Tageseinsatz am Freitag in das verdiente Wochenende gehe bei bezahlten 5 bis 6 Wochen Ferien.“

Sein Schrei in die Nacht verhalte ungehört…

CSS spricht mit einer Praxis aus der Innerschweiz >>>

Hier meint der angesprochene Physiotherapeut: (Quelle CSS)

Das unflexible Vergütungssystem werde auch den Qualitätsansprüchen einzelner Physiotherapeuten nicht gerecht. «Ein Physiotherapeut, der sich laufend fortbildet und dadurch auf eine breitere Palette an Behandlungsmethoden zurückgreifen kann, verdient gleich viel wie jener, der sein Wissen lediglich im Rahmen der minimal erwarteten Ausbildungstage erweitert.» Das gehe langfristig auf Kosten der Qualität. Es sei deshalb der falsche Weg, in dieser verworrenen Situation Stimmung gegen die Krankenversicherer zu machen. «Wir müssen den Krankenversicherern und der Gesellschaft vielmehr zeigen, dass unsere Arbeit mehr wert ist», so Peter Ziegler.

und wird weiter zitiert:

Er hofft, dass der vertragslose Zustand bald der Vergangenheit angehört, sonst müsse man sich längerfristig Sorgen um die Zukunft des Berufsstandes machen. Gerade wegen der Einkommenssituation kommt es schon heute immer wieder vor, dass Physiotherapeuten dem Beruf den Rücken kehren.

 Ganz nebenbei können wir allen Lesern das CSS-Online-Magazin empfehlen.

PhysWin geht eigene Wege

Der Tarifstreit in der Physiotherapie hat seinen Höhepunkt erreicht.

PhysWin geht eigene Wege.

Es ist heute 19.5.2015 möglich, dass in einer GM-Praxis in der Therapeuten angeschlossen an ASPI, physioswiss sowie kantonal (Vertragslos), die Patienten 3 (drei) verschiedene Abrechnungen erhalten. Dem nicht genüge, geht der ganze Streit noch auf die Ebene der Versicherer zurück, so erhalten die Patienten die bei einer der HSK angeschlossenen Kassen versichert sind, nochmals eine andere Abrechnung. Eventuell ist noch ein spezieller Vertrag mit der CSS vorhanden, so dass der Rechnungsbetrag nochmals abweichen kann.

Es ist also möglich das Papi für die gleiche Therapie 453.60, Mami 475.20 und Sohnemann 429.50 bezahlen.

Sorry – Ein Irrsinn.

PhysWin (unter First-It und SwissChiroPool) hat darum bereits 2013 die Taxwerte an die Versicherer geheftet und erlaubt pro Kanton bis zu 9 verschiedene Tarife bzw. Tarifgruppen, die der jeweiligen Kasse zugewiesen wird. Einmal zugewiesen sind die Rechnungen so ohne Probleme gedruckt, elektronisch verschickt oder über ein TrustCenter/Ärztekasse abgerechnet. Dazu wird der Standard XML 4.3 (bereits vorbereitet XML 4.4) benutzt. Die Kassen werden mit der Liste der MediData abgeglichen und erreichen so immer die richtige Zahlstelle mit den korrekten Daten. Dabei erfüllt PhysWin alle Vorgaben des Forum-Datenaustausch, der Validierung unter Sumex 2.2, der tarifsuisse unter Tarif 311/ 311 ASPI/ 311 physioswiss  und der MediData.

Weitere Infos zu Tarifen in unserer Onlinehilfe >>>

Zudem kann der Therapeut bzw. die GM-Praxis in eigener Verantwortung eigene Tarife und Verträge verwalten. Die Abrechnungen sind immer korrekt, oder eben so wie SIE es wollen.

Einige Versicherungen erlauben das zusenden der Verordnungen via Fax nicht mehr. Das „Anheften“ an die Abrechnung via Scann wird also immer wichtiger.

PhysWin korrespondiert auf Wunsch in GM – Praxen mit ChirWin oder allen anderen auf XML basierenden medizinalen Softwarepaketen sowie Verwaltungs-Soft wie MediDok 2.0. Auch die Schnittstelle GDT wird voll unterstützt. Dazu gesellen sich die Schnittstellen HIN/CoverCard oder SASIS.

Links: Rechnung 4.3 in Papierform >>>  / Alle Verträge nach Kanton >>>

Letzte Meldung vom physioswiss am 30.4.2015

Aktuell bei physioswiss

Befristete Verlängerung der alten Tarifstruktur wurde vom Bundesrat genehmigt

30.04.2015

Um Rechtssicherheit herzustellen und den Tarifvertrag „+8 Rappen“ mit tarifsuisse zu schützen, hat sich physioswiss im Februar 2015 mit allen Tarifpartnern darauf geeinigt, die alte Tarifstruktur von 1998 befristet bis Ende 2015 zu verlängern. Für die konkrete Arbeit der PhysiotherapeutInnen hat diese befristete Verlängerung der alten Tarifstruktur keine Auswirkungen oder Änderungen zu Folge. Bei weiteren Neuigkeiten wird physioswiss zeitnah informieren.

Einfache Verwaltung unter PhysWin der Taxwerte

Taxpunktwerte

PhysioSwiss wie weiter

Bald ist Ende Juli. Die physioswiss plante, sich nochmals an den Tisch zu setzten mit den Kassen die die plus 8 Rappen nicht übernehmen wollten.  Sie setzte sich ein Ziel, ende Juli sollten weitere Lösungswege vorliegen. Keinesfalls will man eine Lösung für eine “ Zwei-Klassen-Versorgung“ annehmen.

Doch welche Kassen weigern sich nach wie vor?

Nach Aussagen der physioswiss geht es hier um den

Krankenkassenverbands „Curafutura“, namentlich die Krankenversicherer CSS, Helsana, Sanitas und KPT

Hier wird eben gerade der Abgang des leitenden Direktors (Reto Dietschi) per Ende 2014 bekannt gegeben. Die Curafutura hat bereits heute fast 45% Leistungsvolumen im Gesundheitswesen und vertritt rund 40% aller Versicherten. Der Rest ist nach wie vor bei der SantéSuisse.

Die Curafutura „brüstet“ sich auch damit, dass dank ihnen, Bewegung in die Tarifstruktur gekommen sei, unter anderem namentlich erwähnt „mit der physioswiss“ (Quelle)

Ob hier die negative Entwicklung gemeint ist, ist nicht ersichtlich. Zumindest ist die Forderung der physioswiss älter als die Curafutura.  Auf dem ganzen Blog findet man auch keine Erklärung zur ablehnenden Haltung gegenüber dem neuen Physio-Tarif. Auch der Newsletter lies eine solche Stellungsnahme vermissen. Lediglich der Hinweis, dass die 8 Rappen zu hoch sind, findet man in den öffentlichen Foren. Auf den Seiten der physioswiss findet man nach dem Login jedoch weitere Informationen.

Wir hoffen stark, dass hier eine Lösung gefunden werden kann. Es kann nicht ankommen, das wir neu einen kantonalen Tarif, einen physioswiss/aspi und schlussendlich noch einen curafutura Tarif haben. Noch zu erwähnen den Physio-Spital-Tarif. Alles Leistungen einer starken, in das Gesundheitswesen voll integrierten Gruppe von Therapeuten, die es endlich verdient hat, nach über 16 Jahren, eine angepasste „Entlohnung“ zu erhalten.

Informativ:

Reto Dietschi ist seit der Gründung von Curafutura im Juli 2013 deren Direktor. Er ist aktiv auf  Twitter >>> und war vorher bei der ASK (Allianz Schweizer Krankenversicherer)

CuraFutura-Gründung 4/2013 schlägt hohe Wellen >>>

Der physioswiss sind rund 8500 Physiotherapeuten angeschlossen.

CURA aus dem Latein bedeutet wie wir wissen: „Fürsorge„, „Sorgfalt„, CURAM, schon eher benutzt,  „Sorge Tragen„.  Futura steht für Zukunft.  CuraFutura: Es ist zu hoffen dass dieser Name für das Gesamtwohl und nicht für die Zahl unter dem Strich bei  Gewinn in Franken der jeweiligen Kasse steht.

 

physioswiss kurz vor dem Ziel

Auf die Schlussgerade und ab ins Ziel.  Oder ist die physioswiss auf den falschen Weg geraten, wie dies aspi schreibt?  (Stand  15. Mai 2014)

*) Per sofort und rückwirkend auf 1. April diesen Jahres kann in jedem Kanton der Schweiz mit plus 8 Rappen*** mehr abgerechnet werden.

Es war ein langer und zeitraubender Kampf um die faire Entlohnung der Schweizer PhysiotherapeutInnen  für ihre erbrachten Leistungen. Die physioswiss blieb auf diesem Kampf stur und auch ihre Mitglieder mussten sich dieser Aufgabe stellen.  Nun haben alle Mitglieder die offizielle Bestätigung erhalten:

*) Alle Mitglieder, welche dem Vertrag beigetreten sind und eine Bestätigung unsererseits erhalten haben, können bei den Krankenkassen der Einkaufsgemeinschaft tarifsuisse mit plus acht Rappen abrechnen.

Vorhergegangen war im April/Mai die Zustimmung von mind. 80% der Mitglieder.

*) In der Einigung zwischen physioswiss und tarifsuisse gab es die Auflage, dass mindestens 80 % aller selbständig erwerbenden PhysiotherapeutInnen sich dem neuen Vertrag anschliessen. Dieses Quorum wurde in allen Kantonen schon anfangs Mai erreicht.

*** Es wäre alles so schön, wenn es da nicht wieder einige (42%) Ausnahmen gäbe. Nicht (oder noch nicht) unterzeichnet haben den neuen Vertrag die Krankenkasse CSS sowie die Einkaufsgemeinschaft Helsana, Sanitas und KPT. Sie vertreten 42% aller in der Schweiz Versicherten Personen. Hier bleibt der Weg über das Festsetzungsverfahren sowie die Prozesse vor Bundesverwaltungsgericht. Die physioswiss wird ihre Mitglieder informieren.

Ein wichtiger Punkt in dieser Vereinbarung ist, die Rechnungen müssen  an den Patienten gesandt werden und nicht mehr an die Kassen direkt. Dies kann das Inkasso-Risiko erhöhen.

Unser Programm PhysWin und PhysTermin haben die neuen Anforderungen integriert (lesen Sie dazu unseren Beitrag >>>).

Wir gratulieren der physioswiss für ihren Erfolg den sie für ihre Mitglieder, also auch für Dich, erzielt haben.

PhysiotherapeutInnen  die sich der aspi hingegeben haben, müssen ihren Vertrag per 31.12.2014 kündigen, müssen aber bis zum Vertragsende mit den Bedingungen der aspi abrechnen. PhysiotherapeutInnen  die sich keiner Organisation angeschlossen haben sowie TP in Spitälern müssen den gültigen kantonalen Tarif benutzen.

Die ASPI warnt ihre Mitglieder vor dem neuen Vertrag der traifsuisse  mit der physioswiss >>> und unterstellt der physioswiss sogar falsch oder ungenau zu berichten. Weiter schlägt sie den physioswiss Mitgliedern vor, 4 Rappen der mehr verlangten 8 Rappen zurückzustellen um eventuelle Rückforderungen der Kassen begleichen zu können. Sie erinnern an den alten Fall des Kanton Freiburg (2000).  Aber auch den ASPI Vertrag haben noch nicht alle Versicherer unterzeichnet. Sie haben fast die gleichen Probleme.

Bei Unfall/ IV und Militär Versicherer ändert sich nichts und es gilt weiterhin der Taxpunktwert 1.0

*) Originaltexte aus dem E-Mail der physioswiss vom 15.5.2014

Informativ:

Bei der Physiotherapie besteht ein gesamtschweizerischer Tarifvertrag. In diesem sind die 12 wichtigsten Position (7xxx) untergebracht. Jede Position hat ihren eigenen TaxPunktWert (TPW) bzw. eine Sitzungspauschale. Diese(r) ist in der ganzen Schweiz, ob Krankheit oder Unfall gleich.

Kantonal geregelt ist hingegen der Multiplikator. Je nach Kanton ist/war dieser bei 0.86 bis 1.03.  Die physioswiss hat sich dafür eingesetzt dass dieser Multiplikator (kantonaler Taxpunktwert) für alle Mitglieder erhöht wird. Bei den nun erreichten + 8 Rp bedeutet dies eine Erhöhung des Einkommens von 7,6 bis 9.3% . Da der kantonale Wert um 8 Rappen erhöht wird, erhalten Kantone die bisher einen tiefen Wert hatten, prozentual mehr für Ihre Leistungen:

Am Beispiel von Graubünden bisher 0.86 ändern sich die Sitzungspauschalen folgendermassen (+ 9,3%).

Beispiel bei bisher 0.86 bisher 0.86 Neu 0.94
Sitzungspauschale für allgemeine Physiotherapie 7301 48 41.28 45.12 48.00 3.84
Sitzungspauschale für aufwändige Physiotherapie 7311 77 66.22 72.38 77.00 6.16
Sitzungspauschale für manuelle Lymphdrainage 7312 77 66.22 72.38 77.00 6.16
Sitzungspauschale für Hippotherapie 7313 77 66.22 72.38 77.00 6.16
Sitzungspauschale für Elektro- und Thermotherapie/Instruktion bei Gerätevermietung 7320 10 8.60 9.40 10.00 0.80
Sitzungspauschale für Gruppentherapie 7330 25 21.50 23.50 25.00 2.00
Sitzungspauschale für medizinische Trainingstherapie (MTT) 7340 22 18.92 20.68 22.00 1.76
Zuschlagsposition für die erste Behandlung eines Patienten 7350 24 20.64 22.56 24.00 1.92
Zuschlagsposition für die Behandlung chronisch behinderter Kinder 7351 30 25.80 28.20 30.00 2.40
Zuschlagsposition für die Benutzung des Gehbads/Schwimmbads 7352 19 16.34 17.86 19.00 1.52
Zuschlagsposition für die Benutzung der Infrastruktur bei Hippotherapie 7353 67 57.62 62.98 67.00 5.36
Pauschale für die Weg-Zeitentschädigung 7354 34 29.24 31.96 34.00 2.72

 

Beispiel Kanton Zürich bisher 1.03 (+7,6%)

Beispiel bei bisher 1.03 Alt 1.03 Neu 1.11 Unfall
Sitzungspauschale für allgemeine Physiotherapie 7301 48 49.44 53.28 48.00 3.84
Sitzungspauschale für aufwändige Physiotherapie 7311 77 79.31 85.47 77.00 6.16
Sitzungspauschale für manuelle Lymphdrainage 7312 77 79.31 85.47 77.00 6.16
Sitzungspauschale für Hippotherapie 7313 77 79.31 85.47 77.00 6.16
Sitzungspauschale für Elektro- und Thermotherapie/Instruktion bei Gerätevermietung 7320 10 10.30 11.10 10.00 0.80
Sitzungspauschale für Gruppentherapie 7330 25 25.75 27.75 25.00 2.00
Sitzungspauschale für medizinische Trainingstherapie (MTT) 7340 22 22.66 24.42 22.00 1.76
Zuschlagsposition für die erste Behandlung eines Patienten 7350 24 24.72 26.64 24.00 1.92
Zuschlagsposition für die Behandlung chronisch behinderter Kinder 7351 30 30.90 33.30 30.00 2.40
Zuschlagsposition für die Benutzung des Gehbads/Schwimmbads 7352 19 19.57 21.09 19.00 1.52
Zuschlagsposition für die Benutzung der Infrastruktur bei Hippotherapie 7353 67 69.01 74.37 67.00 5.36
Pauschale für die Weg-Zeitentschädigung 7354 34 35.02 37.74 34.00 2.72

Das kantonale Gefälle ist so kleiner geworden.

Bei CSS und Helsana sind untergebracht

CSS ARCOSANA
CSS AUXILIA
CSS CSS Versicherung
CSS INTRAS
CSS Sanagate AG
Helsana AEROSANA
Helsana AVANEX
Helsana HELSANA
Helsana maxi.ch Versicherungen AG
Helsana PROGRÈS
Helsana SANSAN

 

Dies wären nach eigenen Angaben rund 42% aller versicherten Personen in der Schweiz-

Physiotherapie Schweiz – Tarife

In PhysWin müssen wir folgende Änderungen vornehmen, um den unterschiedlichen Tarif-Verträgen gerecht zu werden.

In den Parametern zum Therapeuten ist neu die Verbandszugehörigkeit von grosser Wichtigkeit. Über diesen Parameter sowie dem Versicherer zugewiesenen Tarif-Typ, werden die Leistungen in Zukunft berechnet.

Wechselt der Therapeut den Verband (aspi/physioswiss) muss lediglich diese Eingabe geändert werden. Festgehalten wird die Gültigkeit von… bis… um den Nachdruck und die Nachbearbeitung zu ermöglichen.

Da es höchstwahrscheinlich auch mit dem neuen Vertrag (sofern dieser von den Mitgliedern der physoswiss  mit mind. 80% angenommen wird)  nicht gewährt ist, das der Versicherer/Kasse diesem zustimmt, ist dem Versicherer ein Feld hinzugefügt worden, das den Tarif-Typ (Wert)  beinhaltet Die Kasse/Versicherer wird neu ausschliesslich über die BAG-Nr identifiziert.  Nur so ist es möglich die verfahrene Situation in einer Software zu verwalten.  Wir haben versucht das ganze Bildlich darzustellen..

Physiotherapie Schweiz der Tariftschungel

Etwas lapidar ausgedrückt wird bei einer Leistungsaufnahme folgende Prozedur durchlaufen

TP = Therapeut

Wenn TP Mitglied bei aspi und Kasse hat Vertrag unterzeichnet, dann nimm Tarif 2
Wenn TP Mitglied bei Aspi und Kasse hat Vertrag nicht unterzeichnet dann nimm Tarif 1
Wenn TP Mitglied bei physioswiss und Kasse hat Vertrag unterschrieben dann nimm Tarif 3
Wenn TP Mitglied bei physioswiss und KAsse hat Vertrag nicht unterzeichnet dann nimm Tarif 1
 

Und beim Drucken wird sich ebenfalls in Zukunft unterscheiden wer die Rechnung erhält

Wenn  TP Mitglied aspi dann Tiers Payant und Tiers Garant  möglich (Rechnung an Kasse / Patient)
Wenn TP Mitglied physioswiss dann nur Tiers Garant (Rechnung an Patient)

Wie das ganze dann funktionieren soll wen Sumex l validierte Rechnungen elektronisch übermittelt werden, steht noch in den Sternen.

Ebenso ist es mit der neuen Abrechnung unter XML 4.3 und dem dazugehörenden Schema nicht mehr möglich in einem Center, Abrechnungen zu generieren wenn zwei (oder mehr) Therapeuten einen Patienten behandeln, wenn diese nicht dem gleichen Verband angehören.  Dieses Schema ist Bedingung für die angestrebte elektronische Abrechnung mit den Kassen.

 

Deinen gültigen Tarif findest Du übrigens auf folgender Seite wo du anwählst ob Du bei der aspi oder der physioswiss bist. Dann wählst Du Deinen Kanton. Achte aber darauf dass es auch bei Deinem Verband Versicherer/Kassen gibt die wohl diesem zugehören, aber den neuen Tarif nicht akzeptieren. Als Beispiel CSS über physioswiss.

Arbeitest Du in zwei Kantonen, dann wird das ganze Spielchen für Dich bei der Abrechnung noch etwas erweitert..

Wir hoffen stark, dass sich das ganze nicht so ausweitet wie in Frankreich wo der Physiotherapeut je nach Versicherer für die gleiche Leistung zwischen 21,34 und 37,55 Euro bekommt.

 

Informativ:

Tiers Garant (TG) = Die Krankenkasse garantiert die Deckung, die Versicherten zahlen die Rechnungen aber selber und senden diese anschliessend an die Kasse. Nach Abzug der Kostenbeteiligung erhalten die Patienten das Geld zurück.

Tiers Payant (TP) = Die Krankenkasse bezahlt und stellt den Versicherten die Kostenbeteiligung danach in Rechnung. 

Stellungsnahme tarifsuisse.ch Mai 2014

tarifsuisse Versicherer haben Verträge über Physiotherapieleistungen mit aspi und mit physioswiss abgeschlossen. Selbständige Physiotherapeuten und Organisationen der Physiotherapie haben somit die Wahl, welchem Vertrag sie beitreten wollen. Es ist nur der Beitritt zu einem Vertrag möglich! Therapeuten die aktuell im aspi Vertrag sind, können somit nicht dem Vertrag mit physioswiss beitreten. Ebenfalls können Spitäler oder Heilbäder diesen beiden Verträgen nicht beitreten.

Im Wesentlichen sind die Inhalte identisch mit Ausnahme:

  • Vertrag mit aspi: +5 Rappen gegenüber Stand 31.12.2011 und System des Tiers payant.
  • Vertrag mit physioswiss +8 Rappen gegenüber Stand 31.12.2011 und System des Tiers Garant.